Willkommen im neuen Forum Open Mindwork. Wenn Du das erste Mal hier bist, lies zum Einstieg am besten diese Ankündigung.

Der Plastik Planet / Zero Waste

Was gerade aktuell ist in der Welt - aus einer offenen Perspektive
     
Benutzeravatar
Drukmo
Eins
Beiträge: 15
Gender: Weiblich
Status: Offline

Der Plastik Planet / Zero Waste

Beitrag #150 von Drukmo » 06.06.2016 21:03

Ein interessanter Artikel über eine Bewegung von Menschen, die alles tun was sie können, um Müll zu vermeiden. Natürlich haben sie auch ihre Blogs oder Foren um sich auszutauschen:

https://utopia.de/ratgeber/zero-waste-leben-ohne-muell/

Das ist, was in dieser Zeit geschieht: Wir richten den Planeten zugrunde.

Benutzeravatar
Samten
Halb
Beiträge: 4
Gender: Männlich
Status: Offline

Re: Der Plastik Planet / Zero Waste

Beitrag #153 von Samten » 16.06.2016 10:40

beim Anblick von soner Website bekomm ich Kopfschmerzen.......
wo krieg ich jetzt blos Aspirin ohne Verpackung her????

Benutzeravatar
Andreas
Admin
Beiträge: 65
Gender: Männlich
Kontakt:
Status: Offline

Re: Der Plastik Planet / Zero Waste

Beitrag #154 von Andreas » 16.06.2016 12:39



Ich denke eine Antwort steckt in neuen Kunststoffen, die nicht aus Erdöl stammen und sich in der Umwelt schnell rückstandsfrei zersetzen. Gibt es ja schon, wird nur nicht so weitreichend eingesetzt, wie man es sich wünschen würde.

Geht es ohne Kunststoffe?
Es gibt einige Fälle, wo es ohne Kunststoff nicht geht. Aspirin ist nicht unbedingt einer davon: zeigen die USA wo die meisten Medikamente in wiederverwendbaren Döschen ausgegeben werden und Aspirin steht im Supermarkt in der 500er-Flasche ohne Blistermüll.

Auf facebook geht gerade eine Meme um, wo man sich über Bio Gemüse und Obst aufregt, das im Supermarkt immer in Plastik verpackt ist. Immer. Wenn man aber versteht, warum das so ist, ist die Lösung gar nicht so einfach wie gedacht - vermeiden geht dann nur wenn man im reinen Biomarkt, Biostand auf dem Markt oder beim Bauern einkauft. Aber was wenn sowas nicht in Reichweite ist?

Supermarkt-Bio: ist in Plastik, weil Bio und konventionell klar getrennt werden müssen. Eine potentielle Vermischung wäre auch aus Sicht der Verbraucher nicht wünschenswert, denn woran würde der Kunde erkennen, ob der Supermarkt ihm nicht einfach konventionelle Produkte in den Biokorb legt? Oder ein anderer Kunde vermischt die Ware? Oder der "schlaue" Kunde klebt auf die Bioware das billigere normale Etikett von der Waage? Die Verunsicherung wäre gross. Alternativ die konventionelle Ware zu verpacken würde zwar vielleicht "passender" aussehen, aber in der Summe wesentlich mehr Müll verursachen als umgekehrt.

Umweltgerechte Trennverpackung für Bioware wiederum würde die ohnehin schon teurere Ware noch teurer machen, was im Supermarkt den Preisvorteil mindern würde und dem Konkurrenzdruck nicht standhalten würde.

Systemischer Kunststoff
Gebraucht werden also, wenn man im grossen Stil was verändern will, umweltverträgliche und kostengünstige Alternativen. Die werden kommen, die Frage ist nur wann.

Wenn man sich das Kunststoffproblem anschaut, ist es so komplex, dass ein paar Leute die sich dem verweigern kaum ins Gewicht fallen. Damit sich aber weltweit Recycling, Vermeidung, Alternativen durchsetzen, sind noch dringendere Probleme erst zu lösen, die mit der gerechten Verteilung von Wohlstand zu tun haben.

Das, was jetzt schon im Wasser, in der Erde ist und Probleme macht, sind die Sünden der Vergangenheit. Wie beim CO2 können wir gar nicht so schnell davon wegkommen, wie uns diese Vergangenheit einholt. Die nächste und derzeit wichtigste Säule sind also (Bio-)Technologien, die unsere Umwelt wieder von diesen Sachen befreien. Mechanische Lösungen wie die Ozeanreinigungs-Erfindung dieses Niederländers kratzen wortwörtlich nur an der Oberfläche, was natürlich auch sinnvoll ist. Aber alles, was absinkt, im Wasser in Kleinstteilchen schwebt usw. wird davon ja nicht erfasst.

Biotech - plastovore Bakterien?
Biotech mit Bakterien die gezielt diese Kunsstoff-Feinsteilchen finden und verdauen klingt nach einer tollen Idee, ist es auch, ist aber mit Vorsicht zu geniessen. Man muss wirklich ganz sicher sein, dass sie nicht andere Probleme nach sich ziehen. Was passiert z.B. wenn sie in einer Region alles aufgefuttert haben? Man braucht dann einen sicheren Killswitch, damit sie sich nicht auf etwas anderes umstellen, was dann das Ökosystem erst recht schrottet.

Das Zeitalter des Menschen geht nur mit ihm
So unlogisch das klingen mag, aber diese Probleme sind nur noch mit den Mitteln zu lösen, mit denen wir sie erschaffen haben: mehr Forschung, mehr Technik, mehr Wohlstand. Zurück geht es nicht mehr, es sei denn ganz radikal: ganz ohne den Menschen würde die Erde sich vermutlich auch irgendwann wieder erholen. Dann lieber das Anthropozän - das Zeitalter des Menschen - wo der Mensch die volle Verantwortung übernimmt und seine Kreativität und Gestaltungskraft nutzt, um den Planeten zu heilen und zu nutzen - statt ihn auszubeuten.

Off Topic
(Dieser Beitrag ist vermutlich ein treffendes Beispiel für das "Like-Problem": das Meme "Bioware im Plastikmantel ist wie ein PETA-Aktivist im Pelzmantel" verbreitet sich rasend, kurz mit dem Kopf genickt, geliked, Problem weder verstanden noch gelöst. Der Versuch einer solche Tiefen-Analyse wie in diesen Beitrag bei facebook und Co. Gehör zu verschaffen ist derzeit schlichtweg aussichtslos. Die wenigen die es lesen würden und verstehen, wussten es meist schon vorher... Versuchen muss man es vielleicht trotzdem immer weiter.)
Diskussion zum OT: zeitgeschehen-diskussionen-f10/like-blasen-und-echokammern-t46.html


:000570-grow:
"Die tägliche Praxis des Dzogchen ist einfach das tägliche Leben selbst.
Wir sind aus uns selbst heraus erleuchtet und es fehlt uns nichts.
"
(Dilgo Khyentse Rinpoche)

Benutzeravatar
Drukmo
Eins
Beiträge: 15
Gender: Weiblich
Status: Offline

Re: Der Plastik Planet / Zero Waste

Beitrag #155 von Drukmo » 17.06.2016 09:47

Interessant dass das mit dem Verpacken des Bio-Gemüse und Obst wieder mal aus der Ego-Perspektive betrachtet wird. Der Bio-Verbraucher könnte denken, dass sein Körper vergiftet wird wenn man einmal was verwechselt wurde.. Jemand könnte zum Schaden des Supermaktes die Etiketten vertauschen. Das würde ja alles nicht in großem Stil geschehen. Denn da laufen ja auch noch Mitarbeiter durch den Laden und es gibt Kameras, aus Metall und Plastik. Was wir alles meinen zu brauchen für unser Ego.... da hat man schon Kameras, aber trotzdem wird vermutet, es könnten ungerechte Sachen geschehen, die uns "umhauen". Wichtiger wäre es für die Erde, weniger Plastik zu verbrauchen.
Denn die abbaubaren Kunststoffe sind im hier und jetzt nicht real. Ich kann nichts tun, um das vorran zu treiben.
Da hilft nur: Supermarkt vermeiden und im Bio-Laden einkaufen, wenn man es finanziell denn kann. Oder man isst halt die Hälfte, damit man es kann.
Aber der Gedanke mit den neuen Kunststoffen ist schon sehr interessant. Buddhaseidank wird daran gearbeitet.
Übrigens Ringu Tulku Rinpoche antwortete mal auf meine Frage zum Vermeiden von Klebstoffen für Kinder-Bastelarbeiten das gleiche: Dass wir nicht zurück zur Natur können und es wichtig ist, das neue Klebstoffe entwickelt werden. Er forderte mich nicht auf, meinem Kind den Kleber weg zu nehmen.

Benutzeravatar
Andreas
Admin
Beiträge: 65
Gender: Männlich
Kontakt:
Status: Offline

Re: Der Plastik Planet / Zero Waste

Beitrag #158 von Andreas » 17.06.2016 14:26

Drukmo hat geschrieben:Interessant dass das mit dem Verpacken des Bio-Gemüse und Obst wieder mal aus der Ego-Perspektive betrachtet wird. Der Bio-Verbraucher könnte denken, dass sein Körper vergiftet wird wenn man einmal was verwechselt wurde.. Jemand könnte zum Schaden des Supermaktes die Etiketten vertauschen. Das würde ja alles nicht in großem Stil geschehen. Denn da laufen ja auch noch Mitarbeiter durch den Laden und es gibt Kameras, aus Metall und Plastik. Was wir alles meinen zu brauchen für unser Ego.... da hat man schon Kameras, aber trotzdem wird vermutet, es könnten ungerechte Sachen geschehen, die uns "umhauen".

Wenn Du wirklich beides als lose Ware hinlegst, kannst Du nicht verhindern, dass es sich mischt. Du glaubst doch nicht, dass da jemand an einem Monitor sitzt und nachhält, wer seine Gurke mit dem falschen Ettikett ausstattet oder auch nur zum Spass etwas von einem in einen anderen Korb legt. Und die Person dann an der Kasse zur Rede stellt. Stell Dir das mal praktisch vor ;) Und selbst wenn es so gut wie gar nicht passiert, die Verunsicherung kannst Du den Leuten nicht nehmen. Viele glauben ja so schon, dass sie bei Bio betrogen werden. Wenn die Trennung nicht wirklich gewährleistet ist, wäre die Aufregung noch viel grösser als jetzt wegen der Verpackung. (Übrigens las ich bei facebook in einem Kommentar, dass das sogar gesetzlich vorgeschrieben ist deswegen, die Bioware zu verpacken, ob das stimmt habe ich aber nicht nachrecherchiert...)

Drukmo hat geschrieben:Übrigens Ringu Tulku Rinpoche antwortete mal auf meine Frage zum Vermeiden von Klebstoffen für Kinder-Bastelarbeiten das gleiche: Dass wir nicht zurück zur Natur können und es wichtig ist, das neue Klebstoffe entwickelt werden. Er forderte mich nicht auf, meinem Kind den Kleber weg zu nehmen.

Ja genau, so ist das. Es ist eine "gute spirituelle Tugend" die Dinge erstmal so zu nehmen wie sie sind. Dann entsteht der Raum wo man man erkennen kann, wo es sich lohnt, wo es sinnvoll ist, aktiv zu werden und wo nicht. In beiden Fällen lohnt es sich nicht, sich aufzuregen. ;) Was den Kleber angeht: je nachdem was man bastelt kann das Herstellen des Klebers sogar ganz altmodisch selbst gemacht werden: Zutaten für Kleister hat wohl jeder Zuhause. Genauso wie man locker mal wieder Knete durch Salzteig ersetzen könnte, evtl. mit Lebensmittelfarben gefärbt. Für die ganz Kleinen die eh alles in den Mund nehmen ein super Spielzeug. ;)
"Die tägliche Praxis des Dzogchen ist einfach das tägliche Leben selbst.
Wir sind aus uns selbst heraus erleuchtet und es fehlt uns nichts.
"
(Dilgo Khyentse Rinpoche)


Zurück zu „Zeitgeschehen - Diskussionen“



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast